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„Ich bin dabei“ – Freiwilligenarbeit für alle

Mit dem Projekt „Ich bin dabei“ denkt die Caritas Kärnten Freiwilligenarbeit neu – inklusiv, barrierefrei und für alle zugänglich. Ziel ist es, Engagement so zu gestalten, dass wirklich jede und jeder teilhaben kann, unabhängig von individuellen Voraussetzungen. Statt einzelner Sonderlösungen steht eine strukturelle Veränderung im Fokus: Hürden abbauen, Vielfalt ermöglichen und Freiwilligenarbeit als selbstverständlichen Raum für Mitgestaltung und Zusammenhalt verankern.

Alle Menschen haben Talente – und alle sollten die Möglichkeit haben, diese einzubringen. Genau hier setzt das Projekt „Ich bin dabei“ der Caritas Kärnten an. Es verfolgt einen klaren Anspruch: Freiwilligenarbeit soll inklusiv, barrierefrei und für alle Menschen selbstverständlich zugänglich sein – unabhängig von individuellen Voraussetzungen oder Einschränkungen.

Dabei geht es nicht um einzelne Zusatzangebote oder punktuelle Lösungen. „Ich bin dabei“ steht vielmehr für einen grundlegenden Perspektivenwechsel. Inklusion wird nicht mehr als Ergänzung gedacht, sondern als fixer Bestandteil eines modernen Freiwilligenmanagements. Das Ziel ist es, Strukturen so zu gestalten, dass Teilhabe für alle möglich wird – insbesondere auch für Menschen mit Behinderungen.

Um das zu erreichen, arbeitet die Caritas Kärnten eng mit Freiwilligen, Selbstvertreterinnen und Selbstvertretern, Klientinnen und Klienten sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zusammen. Gemeinsam werden bestehende Hürden sichtbar gemacht und abgebaut. Informationen werden verständlicher formuliert, Materialien in leichter Sprache aufbereitet, Abläufe vereinfacht und Aufgaben so gestaltet, dass möglichst viele Menschen mitmachen können. Im Zentrum steht immer die Frage: Was braucht es, damit Engagement wirklich allen offensteht?

Als eine der größten Freiwilligenorganisationen Kärntens mit rund 700 langfristig Engagierten und etwa 1.000 Menschen, die sich kurzfristig einbringen, verfügt die Caritas über viel Erfahrung und professionelle Strukturen. Inklusion war zwar bereits Teil der Praxis, jedoch oft nicht systematisch verankert. Genau hier setzt das Projekt an: Bis Mitte 2026 soll das gesamte Freiwilligenwesen barrierefrei, inklusiv und nachhaltig weiterentwickelt werden.

Die Leitprinzipien sind dabei klar: Qualität geht vor Quantität, Teilhabe ersetzt Separation und Strukturen werden an die Menschen angepasst – nicht umgekehrt. Diese Haltung prägt alle Maßnahmen der aktuellen Pilotphase. Dazu zählen unter anderem eine umfassende Ist-Stand-Analyse, Sensibilisierungsschulungen für Freiwilligenkoordinatorinnen und Freiwilligenkoordinatoren sowie Workshops für Menschen mit Behinderungen, in denen sie ihre Möglichkeiten im freiwilligen Engagement kennenlernen. Ergänzend gibt es Informationsangebote für Klientinnen und Klienten sowie erste praktische Einsätze, etwa in Pflegeeinrichtungen.

Die Erfahrungen aus dieser Pilotphase werden systematisch ausgewertet und in konkrete Maßnahmen übersetzt. Ziel ist es, langfristige Strukturen zu schaffen, die inklusive Freiwilligenarbeit nicht nur ermöglichen, sondern selbstverständlich machen.

Die Wirkung dieses Ansatzes reicht weit über die Organisation hinaus. Wenn Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen und Lebensrealitäten gemeinsam aktiv werden, wächst das gegenseitige Verständnis. Soziale Teilhabe wird gestärkt, Lebensqualität verbessert und gesellschaftlicher Zusammenhalt gefördert. Gleichzeitig profitieren auch die Organisationen selbst: Angebote werden besser, Kompetenzen wachsen und Vielfalt wird aktiv gelebt.

„Ich bin dabei“ richtet sich an alle Menschen in Kärnten. Die Möglichkeiten, sich einzubringen, sind vielfältig: als Lernhelferinnen und Lernhelfer, bei der Unterstützung von Menschen in Not, in der Notschlafstelle, bei der Verteilung von Lebensmitteln oder in der Begleitung zu wichtigen Terminen. Besonders wertvoll sind auch Besuchsdienste, durch die ältere Menschen zuhause oder in Pflegeeinrichtungen Zeit und Zuwendung erfahren. So entsteht Engagement, das nicht nur hilft, sondern auch verbindet.

Trotz erster Erfolge steht das Projekt noch am Anfang. Es befindet sich aktuell in der Pilotphase, erste öffentliche Aufmerksamkeit und interne Fortschritte sind bereits spürbar – etwa durch barrierefreie Unterlagen oder Vereinbarungen in leichter Sprache. Gleichzeitig bleiben Herausforderungen bestehen: strukturelle Hürden, begrenzte Ressourcen und Unsicherheiten im Umgang miteinander. Umso wichtiger ist es, klare Rahmenbedingungen und gute Begleitung zu schaffen, damit Freiwilligenarbeit für alle Beteiligten sicher und wertschätzend gestaltet wird.

Langfristig verfolgt die Caritas Kärnten ein klares Ziel: Freiwilligenarbeit soll kein Sonderangebot sein, sondern ein gleichwertiger Raum für Engagement, Mitgestaltung und persönliche Entwicklung – für alle Menschen. „Ich bin dabei“ zeigt, wie dieser Anspruch Schritt für Schritt in die Praxis umgesetzt werden kann und entwickelt sich damit zu einem Modell mit Vorbildwirkung.

Am Ende geht es dabei um mehr als ein Projekt. Es geht um eine Haltung: eine Haltung, die Vielfalt als Stärke versteht und Inklusion als selbstverständlichen Teil unseres Zusammenlebens begreift.

Kontakt

Kärntner Caritasverband
Caritas Kärnten
Sandwirtgasse 2
9010 Klagenfurt
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