Das Projekt „Malala im Museum – Patenschaften von Frau zu Frau“ der Caritas Diözese Graz-Seckau, umgesetzt in Kooperation mit dem Universalmuseum Joanneum, richtet sich an Frauen mit Flucht- oder Migrationshintergrund. Ziel ist es, ihre gesellschaftliche Teilhabe zu stärken, soziale Isolation zu reduzieren und präventiv gegen geschlechtsspezifische Gewalt zu wirken.
Zentrales Element des Projekts ist ein Patinnensystem, bei dem freiwillig engagierte Frauen Teilnehmerinnen im Alltag begleiten. Die Patinnen unterstützen beim Spracherwerb, bei der Orientierung im sozialen, gesundheitlichen und rechtlichen Umfeld sowie bei der Nutzung von Unterstützungsangeboten. Durch regelmäßige Treffen und gemeinsame Aktivitäten entstehen stabile, vertrauensbasierte Beziehungen, die den Integrationsprozess nachhaltig unterstützen können.
Ein besonderer Bestandteil des Projekts ist die Verbindung von kultureller Teilhabe und Empowerment. Museen werden gezielt als Orte der Begegnung genutzt. Im Rahmen von Workshops, Austauschtreffen und Museumsbesuchen setzen sich die Teilnehmerinnen mit gesellschaftlichen Themen wie Rollenbildern, Gleichstellung und Frauenrechten auseinander. Der Zugang über Kunst ermöglicht es, auch sensible Inhalte in einem strukturierten und geschützten Rahmen zu behandeln.
Das Projekt fördert zudem den Austausch zwischen Frauen unterschiedlicher Generationen und kultureller Hintergründe. Dabei entstehen Lern- und Dialogräume, in denen Erfahrungen geteilt und unterschiedliche Perspektiven sichtbar gemacht werden. Diese Form des interkulturellen Austauschs trägt zur Erweiterung sozialer Netzwerke und zur Stärkung individueller Handlungskompetenzen bei.
„Malala im Museum“ ist in das Freiwilligenmanagement der Caritas eingebettet und wird professionell begleitet. Dazu gehören die Auswahl, Qualifizierung und laufende Unterstützung der Patinnen sowie regelmäßige Austauschformate und Veranstaltungen. Dadurch wird eine kontinuierliche Qualitätssicherung der Patenschaften gewährleistet.
Seit Projektbeginn konnten zahlreiche Patenschaften vermittelt werden. Die Teilnehmerinnen profitieren unter anderem durch erweiterte soziale Kontakte, verbesserte Sprachkenntnisse und eine stärkere Orientierung im Alltag. Gleichzeitig zeigt sich, dass die Gewinnung und langfristige Bindung freiwilliger Patinnen eine zentrale Herausforderung darstellt. Der damit verbundene Koordinations- und Betreuungsaufwand macht ein professionelles Freiwilligenmanagement zu einem wesentlichen Erfolgsfaktor.
Insgesamt stellt „Malala im Museum“ einen strukturierten Ansatz dar, um Integration, kulturelle Teilhabe und individuelle Stärkung miteinander zu verbinden. Das Projekt schafft Rahmenbedingungen, in denen Frauen unterstützt werden, ihre Ressourcen zu nutzen, Netzwerke aufzubauen und sich aktiv in die Gesellschaft einzubringen.