Das Projekt „parola – Offener Treff“ bietet jungen Menschen mit Fluchterfahrung in Linz einen niederschwelligen Zugang zu Unterstützung, Orientierung und sozialer Teilhabe. Der 2024 gegründete Verein verbindet offene Jugendarbeit mit Beratung und Bildungsangeboten und hat sich innerhalb kurzer Zeit als wichtige Anlaufstelle für Jugendliche im Alter von 14 bis 25 Jahren etabliert.
Im Zentrum des Angebots steht der wöchentlich stattfindende Offene Treff, der jeden Freitag geöffnet ist. Hier können Jugendliche freiwillig und ohne Voraussetzungen teilnehmen – unabhängig von Aufenthaltsstatus, Deutschkenntnissen oder individuellen Lebenslagen. Der Fokus liegt auf Begegnung, Austausch und der Schaffung eines sicheren Rahmens, in dem Vertrauen aufgebaut werden kann. Gleichzeitig erhalten die Teilnehmenden individuelle Unterstützung bei zentralen Themen wie Bildung, Ausbildung und Arbeitsmarktintegration.
Das Angebot umfasst unter anderem Orientierung im österreichischen Bildungssystem, Unterstützung bei Bewerbungsprozessen sowie psychosoziale und rechtliche Beratung. Darüber hinaus werden grundlegende Kompetenzen gefördert, die für ein selbstständiges Leben wichtig sind, etwa Kommunikationsfähigkeit, Teamarbeit und Verlässlichkeit. Auch der Spracherwerb sowie die Auseinandersetzung mit sozialen Themen wie Konfliktlösung oder Rollenbildern sind integraler Bestandteil der Arbeit.
Ein wesentliches Merkmal von parola ist der partizipative Ansatz. Die Jugendlichen werden aktiv in die Gestaltung der Angebote eingebunden und übernehmen schrittweise Verantwortung. Mit der Einführung eines Jugendbeirats wird diese Mitbestimmung strukturell gefestigt und langfristig verankert. Dadurch wird die Selbstwirksamkeit der Teilnehmenden gestärkt und ihre aktive Teilhabe gefördert.
Die Umsetzung des Projekts erfolgt durch ein interdisziplinäres Team von rund 15 freiwillig Engagierten, die Kompetenzen aus Bereichen wie Sozialarbeit, Pädagogik und Rechtswissenschaften einbringen. Seit April 2026 wird das Angebot durch eine hauptamtliche Position ergänzt, wodurch zusätzliche Stabilität und Kontinuität geschaffen werden konnte.
Trotz der kurzen Projektlaufzeit zeigt parola bereits deutliche Wirkung. Im Jahr 2025 wurden insgesamt 603 Kontakte verzeichnet, und der Offene Treff wird regelmäßig von Jugendlichen genutzt. Die erfolgreiche Etablierung eigener Räumlichkeiten sowie mehrere Auszeichnungen – darunter der Social Impact Award 2024 – unterstreichen die Relevanz und Bedeutung des Angebots im regionalen Kontext.
Langfristig verfolgt parola das Ziel, die gesellschaftliche Integration junger Menschen mit Fluchterfahrung zu fördern und ihnen konkrete Perspektiven zu eröffnen. Durch die Kombination aus sozialer Begleitung, Bildungsunterstützung und partizipativen Elementen leistet das Projekt einen Beitrag zur Reduktion von sozialer Isolation und zur Stärkung individueller Entwicklungsmöglichkeiten.
Gleichzeitig bestehen zentrale Herausforderungen. Dazu zählen insbesondere die langfristige finanzielle Absicherung des Projekts sowie die Sicherstellung stabiler Strukturen, die eine kontinuierliche Betreuung ermöglichen. Zudem erfordert die gesellschaftliche und politische Dynamik im Bereich Flucht und Migration eine laufende Sensibilisierung und Arbeit an Akzeptanz.
parola zeigt, wie ein niederschwelliger, ganzheitlicher Ansatz dazu beitragen kann, Chancen für junge Menschen mit Fluchterfahrung zu verbessern und ihre Teilhabe aktiv zu fördern.