Das „Sale für Alle“ ist ein offenes Kinder- und Jugendzentrum im dritten Wiener Gemeindebezirk und steht seit seiner Gründung im Jahr 2009 für gelebte Begegnung, freiwilliges Engagement und soziales Lernen. Entstanden aus einer Eigeninitiative von Studierenden, verfolgt das Projekt das Ziel, einen konkreten Beitrag zu einem gelingenden Leben junger Menschen zu leisten und gleichzeitig gesellschaftlichem Zusammenhalt aktiv zu fördern. Im Zentrum steht dabei die Überzeugung, dass Begegnungen zwischen Menschen mit unterschiedlichen Lebensrealitäten eine wesentliche Grundlage für eine offene, pluralistische Gesellschaft sind.
Im „Sale für Alle“ wird Raum geschaffen, in dem Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene miteinander und voneinander lernen können. Die Arbeit basiert auf den Prinzipien der offenen Kinder- und Jugendarbeit und setzt bewusst auf Partizipation, Freiwilligkeit und Eigenverantwortung. Junge Menschen engagieren sich ehrenamtlich als Betreuer*innen, bringen ihre individuellen Talente ein und gestalten das Angebot aktiv mit. Genau diese Freiwilligkeit schafft eine besondere Atmosphäre: Sie fördert Identifikation, Offenheit und eine authentische Beziehung zu den Kindern und Jugendlichen.
Das Angebot ist vielfältig und reicht von kostenloser Lern- und Hausübungsbetreuung über sportliche und kreative Aktivitäten wie Fußball oder Tanz bis hin zum offenen Betrieb des Jugendzentrums. Darüber hinaus entstehen immer wieder neue Projekte – etwa Nachbarschaftsinitiativen oder der Bau von Begegnungsräumen im Grätzl. Ein jährlicher Höhepunkt ist das große Nachbarschaftsfest, das rund 700 Besucher*innen zusammenbringt und den Austausch im Stadtteil stärkt.
Ein zentrales Anliegen des Projekts ist Prävention: Das „Sale für Alle“ versteht sich ausdrücklich als Gegenmodell zu Ausgrenzung, Fremdenfeindlichkeit und sozialer Ungleichheit. Durch das gemeinsame Erleben von Gemeinschaft werden Vorurteile abgebaut und ein respektvolles Miteinander gefördert. Themen wie Chancengleichheit, Integration und Inklusion, Bildung, soziale Gerechtigkeit sowie Umwelt- und Klimabewusstsein spielen dabei eine wichtige Rolle. Auch Medienkompetenz und kritisches Denken werden aktiv gefördert.
Tragende Säule des Projekts ist das ehrenamtliche Engagement: Woche für Woche sind über 50 Freiwillige aktiv und leisten gemeinsam mehr als 10.000 Stunden pro Jahr. Diese Arbeit basiert nicht auf finanzieller Entlohnung, sondern auf intrinsischer Motivation und dem Wunsch, gesellschaftlich etwas zu bewegen. Dabei entsteht eine Win-Win-Situation: Während Kinder und Jugendliche von Förderung, Unterstützung und Gemeinschaft profitieren, gewinnen die Freiwilligen wertvolle Erfahrungen und persönliche Entwicklungsmöglichkeiten.
Beheimatet ist das Projekt im traditionsreichen Salesianum, einer Einrichtung der Salesianer Don Boscos, deren pädagogische Grundhaltung das „Sale für Alle“ maßgeblich inspiriert. Der dortige Hof ist seit über 100 Jahren ein lebendiger Treffpunkt für junge Menschen aus der Nachbarschaft – eine Tradition, die das Projekt erfolgreich weiterführt.
Heute ist das „Sale für Alle“ nicht nur im Bezirk fest verankert, sondern wirkt auch darüber hinaus: Es zieht Freiwillige aus ganz Wien an, dient als Praktikumsort für Studierende sozialer und pädagogischer Studienrichtungen und gilt in seiner Form als einzigartig. Nach über 17 Jahren kontinuierlichen Bestehens zeigt sich die nachhaltige Wirkung dieses Engagements eindrucksvoll.
Mit Projekten wie feministischer Mädchen*arbeit oder der Weiterentwicklung bestehender Angebote bleibt das „Sale für Alle“ auch in Zukunft ein wichtiger Impulsgeber für gelebte Solidarität, Teilhabe und gesellschaftspolitisches Engagement.