Das Prinzip der doppelten Wesentlichkeit
Was ist eine Wesentlichkeitsanalyse?
Eine Wesentlichkeitsanalyse hilft Unternehmen dabei, relevante ökologische, soziale und wirtschaftliche Themen zu identifizieren. Gemeint sind Themen, die nach den Bewertungskriterien der Analyse für das Unternehmen, Umwelt oder Gesellschaft als wesentlich eingestuft werden. Die Wesentlichkeitsanalyse bildet eine Grundlage für die strukturierte Weiterentwicklung von Strategien, Zielen und Maßnahmen sowie für die Nachhaltigkeitsberichterstattung.Einfach vs. doppelt: Der Unterschied der Wesentlichkeitsansätze
Einfache Wesentlichkeitsanalyse
Betrachtet wird nur die Inside-out-Perspektive – also die Auswirkungen, die ein Unternehmen durch seine Geschäftstätigkeit auf Umwelt und Gesellschaft hat. Diese Perspektive war lange Zeit der Standard in der Nachhaltigkeitsberichterstattung.
Doppelte Wesentlichkeitsanalyse
Der erweiterte Ansatz umfasst zusätzlich die Outside-in-Perspektive. Das bedeutet, dm analysiert auch, wie sich ökologische, soziale und wirtschaftliche Entwicklungen auf das Unternehmen selbst auswirken – beispielsweise durch Klimarisiken, regulatorische Änderungen oder gesellschaftlichen Wandel.
Die doppelte Wesentlichkeit ist ein Kernbestandteil der ESRS und zukünftig verpflichtend für viele Unternehmen innerhalb der EU.
So geht dm bei der doppelten Wesentlichkeitsanalyse vor
Für die aktualisierte Wesentlichkeitsanalyse für das Geschäftsjahr 2023/24 hat dm mehrere Arbeitsschritte durchgeführt:
Betrachtung des eigenen Geschäftsbereichs sowie relevanter Wertschöpfungsketten:
Neben dem eigenen Geschäftsbereich wurden relevante vor- und nachgelagerte Bereiche der Wertschöpfungsketten in die Analyse einbezogen.
Quantitative Bewertung:
Auswirkungen, Risiken und Chancen wurden anhand einer Fünferskala bewertet – bezogen auf Ausmaß, Eintrittswahrscheinlichkeit, Reichweite und Umkehrbarkeit.
Einbindung aller Unternehmensbereiche:
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus allen dm Ländern sowie das Integritäts- und Risikomanagement waren direkt beteiligt.
Einbeziehung von Stakeholder-Ergebnissen:
Ergebnisse aus der Befragung im Geschäftsjahr 2021/22 wurden überprüft und einbezogen.
Abstimmung mit der Wirtschaftsprüfung:
Die finale Freigabe erfolgte nach Vorstellung der Ergebnisse bei der Geschäftsführung im Sommer 2024.